Willkommen zu meiner Entstehungsgeschichte meiner
neuen E Gitarre -Das rote Ahornblatt-!



Der Wunsch, mal eine sehr hochwertige Gitarre zu besitzen, schlummerte in mir schon seit sehr langer Zeit. Schliesslich hatte ich bereits mehrere sogenannte "Gitarren von der Stange" und noch so ein Ding mittelmäßiger Qualität wollte ich auf keinen Fall. Nachdem ich dann meine liebe Frau mit diesem Wunsch solange genervt hatte, bis Sie schliesslich zustimmte, beschloss ich also einen Gitarrenbaumeister zu beauftragen, mir mein Wunschmodell ganz nach meinen Vorstellungen zu fertigen. Dies geschah im Januar 2009. Ein Unikat, einzigartig in der Welt. Um es gleich Vorweg zu nehmen, das Teil ist der Oberhammer geworden, aber dazu später mehr. An dieser Stelle noch einen dicken Kuss an meine Frau.

Zunächst galt es ersteinmal, den richtigen Gitarrenbaumeister auszuwählen. Aufgrund vieler Empfehlungen mir bekannter Musiker und auch nicht zuletzt meiner Nähe zu Aachen, habe ich mich für Walter Kraushaar entschieden. Eine Entscheidung, die ich niemals bereut habe. Im Juli 2009 bin ich also zum erstenmal zum Walter in den Ahornweg nach Aachen gefahren (Der Name der Strasse ist einfach unglaublich).

Als Vorbereitung hatte ich meine Spezifikation in Papierform ausgedruckt, die wir uns dann auch nach Seiner Einführung und Vorstellung der Werkstatt gleich vornahmen. An dieser Spezifikation hatte ich zuvor bereits seit geraumer Zeit rumgepfeilt (bringt wohl irgendwie mein Job mit sich). Selbst während der Bauphase haben sich hier noch einige änderungen ergeben, nicht zuletzt dank Walters professioneller Beratung und fundiertem Fachwissen.

Von Anfang an sollte die Gitarre die Freuden des Heavy Metal unterstreichen, insbesondere das schnelle Solospiel bzw. Gefrickel, welches ich in den kommenden Jahren verbessern und perfektionieren möchte (na ja, die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt). Meine Gitarre ist ein 6 Saiter für Rechtshänder. Als erstes musste natürlich eine Skizze her, die ich ziemlich abenteuerlich mit Hilfe eines Projektors und einiger Bildvorlagen aus dem Internet abgezeichnet habe. Auch hier muss ich mich bei der Kreativität meiner Frau bedanken, die die feinen Linien mit einem Bleistift nachgezeichnet hat. Anschliessend habe ich die Form verändert und nach meinen Wünschen angepasst, insbesondere an den Cutaways und am Kopf.

Nach dem ersten Gespräch bei Walter im Juli 2009 und dem Start der ersten Holzarbeiten vergingen weitere 5 Monate. Ende November 2009 war es dann endlich soweit. Walter hatte alle vorigen Aufträge fertig und konnte sich ganz meinem neuen Baby widmen. Der Mahagoni Korpus (fette Mittentöne) und die Riegel Ahorn Decke (19mm stark, tolle Optik und knackige Obertöne) wurden geschnitten.

Danach wurde das Griffbrett gefertigt. Es besteht aus Ebenholz (tolle Haptik, richtig viele Obertöne, sehr knackig) hat 24 Bünde (6105) und umfasst Perlmutt Imitat Inlays, die Blätter mit Zweigen darstellen. Ich hatte die Wahl zwischen zwei Griffbrettern, hatte mich dann für das Obere im Bild entschieden, wegen der schöneren Mensur.

Nun folgte die Herstellung des Halses. Steifes Ahorn mit zwei Padukstreifen waren die auserwählten Materialien. Der Hals sollte nur gölt werden, nicht lackiert. Das sichert eine tolle Haptik und eine schnelle Ansprache. Die Form ist ein flaches D Shaping mit einer Breite von 43mm am Kopf und 56mm Breite am Korpus. Die Stärke des Halses beträgt 20,7mm im ersten Bund und 23,3mm im 12. Bund. Die Mensur ist 25,5 Zoll.

Der Kopf wurde entsprechend herausgearbeitet und verfeinert. Der Riegelahorn und die Padukstreifen sind sehr gut zu erkennen.

Am Korpus ist hier die Aufnahme des Halses fertiggestellt. Ich hatte mich für ein Schaller Floyd Rose Tremolo, sowie für die EMG Pickups EMG60 (Halsposition) und EMG85 (Tremoloposition) entschieden.

Das Ebenholzgriffbrett bekam nun sein 2mm Perlmutt Binding. Im 24. Bund fehlte noch ein Blatt Inlay, welches Walter später hinzufügte.

Der Mahagonibody wurde nun rückseitigt bearbeitet. Der Platz für das Tremolo, das Batteriefach, wie auch für die Potis und dem Schalter wurde geschaffen.

Der Hals wurde dann mit dem Korpus fest verleimt - keine Schrauben. Diese Verbindung ist Walters Sahnehäubchen, extrem fest und steif. Der Halsstab zur weiteren Stabilisierung ist gut zu erkennen.

Die erste Politur wurde aufgetragen, nach dem noch ein zusätzliches Blattinlay am 24. Bund eingearbeitet wurde, sehr schön. Das 2mm starke Perlmutt Binding ist am Rand des Korpus ebenfalls zu erkennen. Das Binding wurde mit Aceton verklebt. Dies musste ausdünsten. Die gewölbte Decke an den Cutaways fasziniert mich immer wieder.

Um den Spielkomfort in den hohen Bünden zu optimieren, hat Walter den Hals-Korpus übergang abgeschrägt. Ein Hingucker ist auch der zierliche, schmale braune Streifen, edel edel sag ich nur.

Der Raum für die Saitenklemme und das Hals Binding waren die nächsten Schritte. Das Farbspiel an dem Perlmutt Binding und auf den Blatt Inlays sieht einfach nur Hammer geil aus.

Der Korpus ist noch unlackiert, hat aber bereits alle Aussparungen. Die Abdeckplatten sollten später ebenfalls aus Mahagony gefertigt werden. Ich wollte keinesfalls irgendwelche Kappen aus Kunststoff.

Der erste Lack - macht Sexy, leck mich fett.

Der erste Lack auch hinten, leck mich fetter.

Die erste Schicht Rotlack, vom Meister persönlich aufgetragen. Hier hatte ich ein kurzeitiges Schockerlebnis, da die erste Schicht doch ziemlich nach Orange und nicht nach Rot aussah. Die Farbe wurde jedoch mit jeder Schicht dunkler. Am Ende sind es drei Schichten geworden. Tja, der Meister hatte mal wieder recht.

Das Baby ist nun fertig lackiert und hängt zum trocknen in der Kammer. Zuvor wurden jedoch noch einmal die Ränder bzw. die Bindings von der Farbe abgezogen. Dies ist wichtig und muss vor dem Auftragen des Klarlackes durchgeführt werden.

Zuletzt noch etwas Klarlack gefällig und fertig ist der Farbauftrag.

Ein hochwertiger Koffer von ML gab es auch noch dazu. Die Gitarrenform wurde exakt ausgeschnitten, so dass das Instrument auch optimal geschützt ist und sich nicht bewegen kann. Gurt, Saiten, Knöppe und Gedönse sind beim Walter kein Ding und wurden mit in den Koffer gelegt. Somit war für mich am 23. Dezember 2009 bereits Weihnachten. Besser geht es nicht, tolles Instrument, wahnsinns Saitenlage und Klang bis der Arzt kommt!

Impressionen.

Ein Freund von mir fragte mich während der Bauphase: "Wann kannst Du sie denn endlich mal spielen?".

Daraufhin Ich: "Bevor ich sie spiele, muss ich sie erst bummsen!".

Daraufhin Er: "Vergiss das Spielen, ich würde sie nur bummsen!".

Warum heißt sie eigentlich "Das rote Ahornblatt"? Dafür gibt es drei Gründe:
1. Weil sie rot ist.
2. Weil sie Blatt Inlays auf dem Griffbrett hat.
3. Weil sie im Ahornweg zu Aachen geboren wurde.
Logisch oder?

Meine Signatur hat sie auf der Rückseite des Kopfes auch noch bekommen. Vielen Dank Walter!




Das ist meine Sammlung!


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